30.04.2023
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Trotz Niederlage: Standing Ovations für eine starke Saison

Nur zu gerne hätte sich der TTC Zugbrücke Grenzau mit einem Sieg aus der Saison in der Tischtennis-Bundesliga verabschiedet. Stattdessen mussten sich die ersatzgeschwächten Gastgeber dem TTC Neu-Ulm mit 0:3 geschlagen geben. Das trübt aber nicht das Gesamtfazit nach einer starken Spielzeit, die die Westerwälder auf dem 10. Tabellenplatz beenden.

Als der letzte Ballwechsel der Saison gespielt ist, erheben sich die 300 Zuschauer in der Zugbrückenhalle von ihren Plätzen und zollen den Gastgebern mit Applaus ihren Respekt. Und das, obwohl der letzte Punkt an die Gäste aus Neu-Ulm ging. Aber die Tischtennisfans auf den Rängen haben ein feines Gespür dafür, was die Grenzauer in dieser Saison gezeigt haben - und machen dies nicht von diesem Ergebnis am letzten Spieltag abhängig.

Dabei ist es in der Tat ein wenig bitter, wie die letzten beiden Spiele in der TTBL gelaufen sind. Die Grenzauer hatten einen richtig guten Lauf in der Rückrunde, als die Liga wegen Änderungen im internationalen Spielplan die beiden letzten Spieltage in der Bundesliga recht kurzfristig um Wochen verlegen musste. Der TC konnte so beide Spiele nicht mehr in Bestbesetzung antreten, gegen Neu-Ulm fehlten der beste Einzelspieler Feng Yi-Hsin und Doppel-Spezialist Sam Walker. Keine Frage: Mit allen Spielern an Bord hätte man es dem Gegner deutlich schwerer gemacht, hätte man bei einem Sieg die Saison nicht auf dem zehnten, sondern auf dem achten Platz beendet.

Doch beim TTC sieht man nach Spielende trotzdem nur zufriedene Gesichter. Denn die Grenzauer wissen, dass sie in dieser Saison abgeliefert haben: „Ein 0:3 hatten wir uns natürlich nicht erhofft“, sagte TTC-Cheftrainer Slobodan Grujic. „Wir hatten schon auf ein, zwei Punkte gehofft. Aber wir haben insgesamt eine super Saison gespielt und darauf können wir stolz sein.“

Zum Spiel: Zum Auftakt verlor Patrick Baum sein Einzel gegen Lev Katsam in drei Sätzen (5:11, 8:11, 6:11). Durch die angesprochenen Spielverlegungen lagen fünf Wochen Pause zwischen dem vorletzten und dem letzten Saisonspiel. Für den international nicht mehr aktiven Baum alles andere als gute Voraussetzungen. „Natürlich hat man Patti die Pause angemerkt. Ihm fehlte die Wettkampfpraxis.“

Zu seinem Bundesliga-Debüt kam anschließend Trainersohn Nikola Grujic aus dem Regionalliga-Team des TTC. Und der letzte gleich los wie die Feuerwehr, führte im ersten Satz mit 6:1 gegen Vladimir Sidorenko. Danach aber kam der Russe im Team der Gäste besser ins Spiel, riss den Durchgang noch an sich und setzte sich am Ende mit 11:8, 11:6 und 11:5 durch.

Die Hoffnungen auf einen Punkt lagen nun auf den Schulter von Maciej Kubik, der auch die ersten beiden Sätze gegen Maksim Grebnev gewinnen konnte (11:7, 11:6). „Danach aber kam Grebnev immer besser ins Spiel“, beobachtete der TTC-Trainer. „In der Phase hat Maciej zu wenige Lösungen gefunden.“ Grebnev glich mit 11:4 und 11:6 aus, führte im fünften Satz schon mit 5:1. Kubik kam noch einmal zurück, hatte beim Stand von 10:8 zwei Matchbälle, aber das bessere Ende hatte Grebnev, der in der Verlängerung des Entscheidungssatzes (12:10) den Neu-Ulmer Sieg perfekt machte.

TTC Zugbrücke Grenzau - TTC Neu-Ulm 0:3

Patrick Baum - Lev Katsman 5:11, 8:11, 6:11
Nikola Grujic - Vladimir Sidorenko 8:11, 6:11, 5:11
Maciej Kubik - Maksim Grebnev 11:7, 11:6, 4:11, 6:11, 10:12

Redaktion: Tom Neumann
Foto: Wolfgang Heil

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