Historie Part II: Vom Dorfkeller in die Bundesliga
Nach der Vereinsgründung 1952 treten die Grenzauer Mitte der 1950er Jahre in den ersten regionalen Spielklassen an – gegen Teams aus Koblenz, Wirges oder Osterspay. Trotz bescheidener Mittel und winterlicher Fahrten im „blauen Tempo“ mit Sitzcouch auf der Ladefläche wächst der Verein stetig. 1958 richtet der TTC das bundesoffene Kannenbäckerland-Turnier aus – ein Ereignis, das Spieler aus ganz Deutschland in den Westerwald lockt.
In den 1960er Jahren professionalisiert sich der Tischtennissport. Neue Schlägerbeläge verändern das Spiel, und auch in Grenzau entsteht mit viel Eigenleistung die erste richtige Halle. Der Verein wird über die Region hinaus bekannt, während Gstettner seine berufliche Karriere mit dem Aufbau des Hotels „Zugbrücke“ beginnt – eine Verbindung, die später den Grundstein für Grenzaus einzigartiges Tischtennis-Zentrum bilden sollte.
Ende der 1960er und in den frühen 1970er Jahren folgt eine schwierige Phase: Hochwasser zerstört die kleine Halle, der TTC muss vorübergehend nach Alsbach ausweichen. Doch Gstettner gibt nicht auf. 1973/74 wird auf dem elterlichen Gelände eine neue Halle mit Kegelbahnen und Gaststätte gebaut – der TTC hat wieder eine Heimat. Mit der Verpflichtung des charismatischen Trainers und Spielers Kalli Nöller (1975) beginnt der sportliche Aufstieg.
Unter Nöller und Gstettner klettert der TTC von der Bezirksklasse bis in die nationale Spitze. Anfang der 1980er Jahre ist der Traum greifbar – und 1982 wird er Wirklichkeit: Der TTC Grenzau steigt in die 1. Bundesliga auf. In der Aufstiegsrunde von Hagen schlägt Grenzau Stuttgart, Kronshagen und Rheinberg deutlich – mit Spielern wie Park Lee Hee, Heiner Lammers, Manfred Baum, Robert Horsch, Markus Fischer und Paul Schmücker.
Was 1952 im Keller begann, wird 30 Jahre später zum Symbol eines ganzen Ortes: Ein Dorf, das in die Bundesliga aufsteigt.
Personen im Bild:
Hintere Reihe v.l.: Manfred Gstettner, Klaus Schenkelberg, Günter Staadt, Rolf Roos, Karl-Horst Möller, Edgar Winterwerber und Hans-Rudolf Remy. Vorn v.l.: Gisbert Eberz, Paul Litzmann und August Schimpf.
nach: Schössler, Hans-Peter (2018). Manfred Gstettner. Keine halben Sachen.
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