Erste Saisonniederlage: Ochsenhausen zu stark für Grenzau
Dieser Gegner war an diesem Abend einfach zu stark: Am dritten Spieltag der noch jungen Saison in der Tischtennis-Bundesliga muss der TTC Zugbrücke Grenzau die erste Niederlage hinnehmen. Die TTF Liebherr Ochsenhausen wurden beim 3:0-Erfolg im Brexbachtal ihrer Favoritenrolle gerecht. „Ochsenhausen war in jedem Spiel besser“, zollte TTC-Cheftrainer Slobodan Grujic dem Gegner Respekt. Die erste Saison-Niederlage ist alles, nur kein Beinbruch. Denn Grenzau hatte auch an diesem Abend starke Phasen.
Treffen sich zwei ehemalige TTC-Spieler in Grenzau – einer von ihnen im Trikot der Gäste, der andere im Trikot der Gastgeber: Das Duell von Rückkehrer Patrick Baum gegen den ehemaligen Grenzauer Kanak Jha versprach gleich zu Beginn des Abends ein packendes Duell. Der junge Amerikaner setzte dabei das erste Ausrufezeichen, als er Durchgang eins knapp mit 11:9 gewann und im Eiltempo den zweiten Satz nachlegte (11:3). Baum, der mit der makelosen Bilanz von vier Siegen in vier Einzeln in den Abend gegangen war, fand auch dieses Mal eine Antwort, holte sich den dritten Satz ebenso deutlich mit 11:3. Doch zur Wende sollte es nicht mehr reichen. Kanak Jha belohnte sich für einen starken Auftritt und brachte Ochsenhausen mit einem 11:8 in Satz vier mit 1:0 in Führung.
Im zweiten Einzel war Ochsenhausens Spitzenspieler Simon Gauzy der klare Favorit gegen Grenzaus Cristian Pletea. Und die ersten beiden Sätze nahmen einen nahezu identischen Verlauf. Der Franzose führte schnell (mit 4:0 und 4:1), Pletea kam beide Male auf 3:4 heran, gab die Satzmitte dann aber nahezu kampflos her. Gauzy zog jeweils deutlich davon (10:3 und 9:3), brachte beide Sätze am Ende auch nach Hause (11:6, 11.7). Im dritten Satz ging Pletea beim Stand von 2:1 das erste Mal in Führung. Das gab dem jungen Rumänen Sicherheit, ein ausgeglichener Satz ging in der Verlängerung (12:10) an den TTC. Doch auch hier sollte es in Summe nicht für einen Grenzauer Einzelsieg reichen. Mal machte Pletea sensationelle Punkte, etwa zum 4:6, als er aus der Defensive heraus stark punktete. Doch ein Fehler beim Aufschlag gleich hinterher zeigte einmal mehr, dass es dem Rumänen noch an der Konstanz fehlt. Gauzy gewann den Satz mit 11:5 und erhöhte für Ochsenhausen erwartungsgemäß auf 2:0.
Das Ruder rumreißen konnte an diesem Abend auch Wu Jiaji nicht mehr, der es mit dem starken Polen Samuel Kulczycki zu tun bekam. Satz eins ging klar mit 11:5 an die Gäste. Satz zwei wurde zum Wechselbad der Gefühle: 5:3-Führung, 5:7-Rückstand, 9:7-Führung, ein vergebener Satzball. Stattdessen sicherte sich Ochsenhausens Nummer drei den Durchgang mit 12:10 und verwandelte in einem packenden dritten Satz seinen dritten Matchball zum 16:14. Zuvor hatte Wu gleich mehrere Satzbälle nicht nutzen können.
„Wu Jiaji hat ein bisschen das Glück gefehlt“, sagte Grujic. „Gerade im zweiten Satz waren die Chancen da, das Spiel vielleicht noch zu drehen. Im dritten Satz hat er manchmal noch zu ängstlich oder zu vorsichtig agiert. Aber wenn er so weiterkämpft, dann wird er sich auch noch weiter steigern können. Insgesamt haben wir heute gegen eine sehr starke Mannschaft verloren. Aber wir haben mit zwei Siegen aus drei Spielen einen sehr guten Start hingelegt und wollen in den nächsten Partien an diese Leistungen anknüpfen.“
TTC Zugbrücke Grenzau – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3
Patrick Baum – Kanak Jha 9:11, 3:11, 11:3, 11:8
Cristian Pletea – Simon Gauzy 6:11, 7:11, 12:10, 5:11
Wu Jiaji – Samuel Kulczycki 5:11, 10:12, 14:16
Redaktion: Tom Neumann
Foto: Wolfgang Heil














