Zweiter Saisonsieg: Grenzau macht Riesenschritt zum Klassenerhalt
Cristian Pletea sprang über die Bande, sank jubelnd zu Boden. Aleksandar Karakasevic schrie seinen Jubel in die Zugbrückenhalle hinaus. In der Box waren sie alle aufgesprungen - Trainer, Spieler, Manager, Vorsitzender. Es war ein wichtiger Befreiungsschlag, der viele Emotionen freisetzte und deutlich macht, wie groß der Druck aktuell ist! Mit einem 3:2-Sieg gegen den TSV Bad Königshofen hat der TTC Zugbrücke Grenzau das Tabellenende in der Tischtennis-Bundesliga verlassen. Die Entscheidung fiel in einem dramatischen Doppel.
Gleich zum Auftakt setzte Ioannis Sgouropoulos ein ganz wichtiges Signal an seine Mannschaft, dass an diesem Abend etwas gehen könnte für den TTC. Der junge Grieche, bei den Gastgebern an Position eins aufgestellt, schlug Kilian Ort in drei Sätzen und brachte Grenzau in Führung (12:10, 11:4, 11:6). „Ein sehr wichtiges Spiel und eine starke Leistung von Ioannis, der Ort nicht ins Spiel kommen ließ.“
Auch das nächste Einzel ging mit 3:0-Sätzen weg, dieses Mal aber an die Gäste. Im Duell der beiden Routiniers setzte sich Bastian Steger mit 14:12, 12:10 und 11:9 durch. Allerdings lag Aleksandar Karakasevic in jedem Satz kurz vor dem Ende vorne, hatte auch Satzbälle. „Das Spiel war deutlich knapper als es auf dem Papier nach Sätzen aussieht“, sagte Heow. „Kara hat sich leider nur nicht für sein gutes Spiel belohnt.“
Beim Stand von 1:1 lag es nun an Cristian Pletea, den TTC gegen Filip Zeljko wieder in Führung zu bringen. Im Hinspiel hatte dieses Duell noch Bad Königshofens Nummer drei klar in drei Sätzen für sich entschieden. „Aber Cristian Form ist deutlich besser als noch im Hinspiel und er hat ein unglaublich gutes Spiel gemacht“, lobte sein Trainer. Mit 12:10, 11:8, 9:11 und 11:5 setzte sich der junge Rumäne durch und brachte die Gastgeber wieder mit 2:1 in Führung. Im schlechtesten Fall hatte Grenzau zumindest schon mal das Doppel erreicht.
Vorher aber gab es das Duell der beiden Einser - und das ging deutlich an Bastian Steger, der auch dieses Einzel ohne Satzverlust gewann. „Ioannis hat in jedem Satz ein paar Bälle liegengelassen, die eigentlich genau seine Bälle sind und die er sehr gerne spielt“, sagte Heow. Den ersten Satz verlor Sgouropoulos in der Verlängerung mit 11:13, danach danach gingen die Durchgänge mit 7:11 und 4:11 deutlicher an Steger.
Entscheiden musste nun das finale Doppel - und es wurde zu einer echten Achterbahnfahrt. Karakasevic und Pletea gewannen den ersten Satz gegen Ort und Zeljko mit 11:9, gerieten danach aber mit 8:11 und 5:11 ins Hintertreffen. Bad Königshofen brauchte nur noch einen Satz zum Sieg, doch dann schlugen Kara und Pletea zurück: 11:5 und 11:8, dazu einen spektakulären Matchball verwandelt, den Pletea im Stile eines Boris-Becker-Hechtes noch auf die Platte bringt. Danach musste all das an Emotionen raus, was sich in den vergangenen Wochen und Monaten aufgestaut hatte. Grenzau jubelte. Die Erleichterung war riesig.
„Wir sind alle super happy mit diesem Sieg“, sagte TTC-Cheftrainer Colin Heow. „Das war unglaublich wichtig. Am Ende sind alle Emotionen herausgebrochen. Jetzt heißt es aber nach vorne zu blicken und zu versuchen, in den nächsten Spielen weiter nachzulegen.“ TTC-Manager Markus Ströher ergänzte: „Das war eine sehr, sehr gute Leistung von allen. Wichtig, dass wir mit diesem Sieg an Bad Königshofen vorbeigezogen sind. Aber wir bleiben hungrig und wollen versuchen nachzulegen.“
TTC Zugbrücke Grenzau - TSV Bad Königshofen 3:2
Ioannis Sgouropoulos - Kilian Ort 12:10, 11:4, 11:6
Aleksandar Karakasevic - Bastian Steger 12:14, 10:12, 9:11
Cristian Pletea - Filip Zeljko 12:10, 11:8, 9:11, 11:5
Ioannis Sgouropoulos - Bastian Steger 11:13, 7:11, 4:11
Pletea/Karakasevic - Ort/Zeljko 11:9, 8:11, 5:11, 11:5, 11:8
Redaktion: Tom Neumann
Foto: Wolfgang Heil
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