FLIP 2026/27 76 Der erste Triumph kurz vor Weihnachten Als Grubba die Zugbrücken-Halle zum Beben brachte 40 Jahre nach dem Triple Es gibt Momente in der Sportgeschichte, die sich tief ins kollektive Gedächtnis einprägen. Für den TTC Zugbrücke Grenzau war die Saison 1986/87 reich an solchen Augenblicken. Wenn man heute, vier Jahrzehnte später, auf jene außergewöhnliche Zeit zurückblickt, fällt vor allem ein Name: Andrzej Grubba. Doch das „Wunder von Grenzau“ war weit mehr als die Geschichte eines überragenden Einzelspielers – es ist die einer Mannschaft, die vor allem durch Leidenschaft und außergewöhnlichen Teamgeist den bis heute größten Erfolg der Vereinsgeschichte ermöglichte. Die Erfolgsserie begann bereits kurz vor dem Jahreswechsel. Am 21. Dezember 1986 sicherte sich der TTC in Bayreuth den Deutschland-Pokal. Mit einem souveränen 5:1-Erfolg gegen Bundesliga-Neuling BG Bayreuth sorgte die Mannschaft für den viel umjubelten ersten Titel in der Grenzauer Clubhistorie. Schon damals zeigte sich die besondere Konstellation im Team. Während Andrzej Grubba seine internationale Klasse demonstrierte, überzeugte Engelbert Hüging mit kämpferischen Leistungen, und Georg Böhm bewies mehrfach seine Nervenstärke in entscheidenden Situationen. Präsident Manfred Gstettner trat trotz des Erfolgs auf die Euphoriebremse, doch im Westerwald wuchs bereits die Überzeugung, dass diese Mannschaft noch Großes erreichen könnte. Der nächste Höhepunkt folgte im April 1987. Vor 2.000 begeisterten Zuschauern verwandelte sich die Zugbrücken-Halle in eine wahre Festung. Im Europapokalfinale empfing Grenzau den Bundesliga-Kon- kurrenten ATSV Saarbrücken. In einer hochklassigen und umkämpften Begegnung entwickelte sich von Beginn an ein offener Schlagabtausch. Beim Stand von 3:3 ging Grenzau-Kapitän Grubba ins direkte Duell mit Ausnahme- spieler Jan-Ove Waldner. Andrzej Grubba, damals die Nummer sechs der Welt- rangliste, begeisterte mit Tischtennis der Extraklasse und zwang den Vizewelt- meister mit 21:13 und 21:19 in die Knie. Umso bemerkenswerter: Grubba selbst hatte sich gegen den favorisierten Schweden nur geringe Siegchancen ausgerechnet. Den Schlusspunkt setzte schließlich Georg Böhm. Gegen den früheren Grenzauer Jürgen Rebel behielt er in einem nervenaufreibenden Duell die Oberhand und sicherte den entscheidenden fünften Punkt zum 5:3-Endstand. Unter dem Jubel der 2.000 Zuschauer kannte die Freude keine Grenzen mehr: Der Europapokal der Pokalsieger war erstmals in Grenzau. „Ich freue mich, dass ich den letzten Punkt gemacht habe“, sagte ein sichtlich erleichterter Georg Böhm nach dem Triumph. Das „Grenzauer Phäno- men“ erobert Europa 1986/87 – Eine unvergessene Saison
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